Bundesrat durchlöchert Verkehrsverlagerung

Der Bundesrat hat heute versprochen, die Kapazitäten durch den Gotthard-Strassentunnel auf dem heutigen Niveau zu belassen und eine zweite Röhre nur in einer Fahrtrichtung zu betreiben. Mir fehlt der Glaube, dass der Bundesrat nicht einbricht, wenn er beim ersten grossen Stau den Automobilisten erklären muss, dass die zweite Spur nicht geöffnet wird. Die Gesetzesänderung ist ein Trick, mit dem die Verfassung ausgehebelt werden soll. Ich bin fest überzeugt, dass der Druck auch aus dem Ausland nach dem Tunnelbau massiv zunimmt und alle restriktiven Regimes sofort aufgehoben werden. Das macht sämtliche Errungenschaften der Verkehrsverladung zu nichte. Ausserdem kostet eine zweite Strassenröhre wesentlich mehr als der Betrieb der rollenden Landstrasse. Dies ist auch in Anbetracht der grossen Investitionen in die NEAT ein gravierender volkswirtschaftlicher Fehlentscheid. Für solche Spielchen bin ich nicht zu haben. Zusammen mit meinen Kolleginnen und Kollegen der SP Bundeshausfraktion bekämpfe ich die zweite Tunnelröhre mit allen Mitteln- wenn nötig auch mit dem Referendum.