Big Data – die Weichen in die richtige Richtung stellen

Heute werden täglich millionenweise Informationen über verschiedene digitale Kanäle übermittelt. Pro Minute werden über 2 Millionen eMails verschickt, Google erhält über zwei Millionen Suchanfragen, über 100`000 Tweets verschickt und bei Apple werden rund 47 000 Apps heruntergeladen. Das Datenvolumen verdoppelt sich alle zwei Jahre.

Big Data ist ein komplexes Themengebiet. Heute wird täglich eine riesige Menge von strukturierten aber auch unstrukturierten Daten generiert und gespeichert. Der Stellenwert von mobilen Informations- und Kommunikationstechnologien und Endgeräten nimmt dauernd zu.

Nebst der immensen Datenmenge umfasst Big Data aber noch weitere Aspekte: Zum Beispiel die technologischen und gesellschaftlichen Entwicklungen, welche die Daten überhaupt erst liefern. Big Data stellt uns deshalb vor neue Herausforderungen im Datenschutz und dem Schutz der Privatsphäre.

Heute herrscht in der Bevölkerung häufig die Haltung: Ich habe ja nichts zu verbergen, deshalb muss ich auch nicht befürchten. Dies erachte ich als Trugschluss.

Wir müssen uns bewusst sein, dass diese Dienstleistungen einen Preis haben, die wir nicht mit Franken, Euro oder Dollar bezahlen, sondern mit unseren Daten die wir zur Verfügung stellen.

Das Gefährliche an Datenmengen sind deren möglicher Kausalitätsbezug

Wichtig ist auch, dass wir im Umgang mit den grossen Datenmengen zwischen Korrelation und Kausalität unterscheiden. Es wäre ein Fehler Menschen aufgrund erfasster Daten in Kategorien einzuteilen. Noch viel schlimmer wäre es aber eine Kausalität zwischen den erfassten Daten und der Entwicklung eines Menschen herzustellen.

Eine Korrelation besteht zum Beispiel zwischen dem Zigarettenkonsum und Lungenkrebs. „Vermehrter Zigarettenkonsum kann das Risiko für Lungenkrebs erhöhen.“ Aber daraus eine Kausalität herzustellen hiesse, eine Behauptung zu machen wie „Alle Menschen, die mehr als eine Schachtel Zigaretten im Monat kaufen, bekommen Lungenkrebs.“

In der politischen Diskussion über den Nutzen und den Datenschutz im Big Data Zeitalter erachte ich daher die Unterscheidung zwischen Korrelation und Kausalität als zentral.

Open Government-Data-Strategie (siehe Vorstoss)

Im April 2014 lancierte der Bundesrat die Open Government-Strategie Schweiz 2014 – 2018. Dieser transparente und offene Umgang mit den Daten erachte ich als Co Präsidentin der parlamentarischen Gruppe digitale Nachhaltigkeit als Schritt in die richtige Richtung.

Balance zwischen Sicherheit und Freiheit

Damit wir in Freiheit leben können brauchen wir Sicherheit. Tatsache ist jedoch, dass die Massnahmen für mehr Sicherheit auch Freiheiten einschränken. Freiheit und Sicherheit haben in der Schweiz einen hohen Stellenwert deshalb müssen wir sie besonders schützen. Wir müssen uns deshalb sachlich der Diskussion stellen: Wie weit darf ein Staat gehen um seine Bevölkerung vor Gefahren zu schützen? Wie dürfen moderne Überwachungstechnologien eingesetzt werden? Die Schweiz braucht deshalb ein höchstes Mass an Transparenz und Kontrolle.

Unser Datenschutz muss deshalb der Lebensweise der Bürgerinnen und Bürger im digitalen Zeitalter angepasst werden. Der Datenverkehr im Internet wird immer mehr verschlüsselt und die Skepsis gegenüber Cloud Lösungen ist gestiegen. Auch der Wunsch nach weniger Abhängigkeit von amerikanischer Hard- und Software zeigt, das die Sensibilität in der Bevölkerung und bei den Firmen steigt.

Der Zug ist auf rassanter Fahrt. Ich möchte im Rahmen meiner Möglichkeiten die Internetpolitik der Schweiz mitgestalten und die Weichen rechtzeitig in die richtige Richtung stellen, damit die digitale Entwicklung der gesamten Bevölkerung in unserem Land Vorteile bringt und nicht nur einzelnen Profiteuren.